Kommentar
Bamberg. Goldene Bücher, warme Worte und ein ausverkaufter Joseph-Keilberth-Saal: Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde am Mittwoch als Vorab-Auftakt des Bamberger Literaturfestivals BamLit 2026/27 gefeiert. Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier und Landrat Johannes Maciejonczyk empfingen sie, sie trug sich in die Goldenen Bücher von Stadt und Landkreis ein und stellte ihr Buch „Freiheit“ vor.
Die Bilanz hinter dem Beifall
Doch wer über Freiheit schreibt, muss sich auch an seiner politischen Bilanz messen lassen. Im Spätsommer 2015 entschied Merkel, die Grenzen nicht zu schließen. Fast eine Million Geflüchtete kamen in jenem Jahr nach Deutschland, nach Ansicht von Kritikern weitgehend ungesteuert. Ihr Satz „Wir schaffen das“ wurde zum Symbol dieses Kontrollverlusts.
Wer die Folgen trägt
Die Lasten tragen bis heute vor allem die Kommunen: bei Unterbringung, Integration und in den Schulen. Selbst DRK-Präsidentin Aydan Özoğuz, früher Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, sieht die Belastungen der Kommunen. Merkel räumte zehn Jahre später ein, der AfD damit in die Karten gespielt zu haben, würde aber wieder so entscheiden. Erst unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) sollte im Frühjahr 2025 eine härtere Migrationspolitik einetzen. Doch mit welchem Erfolg?
Der Applaus in Bamberg gilt einer Autorin. Ob er auch der Politikerin gebührt, werden die Menschen in den Gemeinden beurteilen, die ihre Politik vor Ort umsetzen mussten. Das Festival selbst startet offiziell im Januar 2027 mit rund 60 Lesungen für Erwachsene und etwa 50 Kinderlesungen.
Quelle der Eckdaten zum Besuch: Pressestelle Landratsamt Bamberg
Quellen: