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Rechenzentrum bei Wachenroth: Gemeinde prüft Digital- und Energiecampus an der A3

Wachenroth denkt über ein Rechenzentrum nach. Auf rund 59 Hektar südlich der A3 und östlich der Rastanlage „Steigerwald Süd“ soll ein Digital- und Energiecampus entstehen, Arbeitstitel „Green IT ERH“. Bei der Vorstellung war der kleine Rathaus-Saal voll besetzt. Am Ende stimmte der Gemeinderat mit 13 zu 1 dafür, die Pläne weiterzuverfolgen.

Geld für einen klammen Haushalt

Kämmerer Andreas Kram stellte das Projekt vor. Schon Anfang September hatte die Gemeinde mit Grundstückseigentümern gesprochen, ohne auf grundsätzliche Ablehnung zu stoßen. Man wolle „mit größtmöglicher Transparenz“ vorgehen, sagte Kram. Hintergrund ist die sehr angespannte Haushaltslage. Bürgermeister Reiner Braun betonte, die Gemeinde müsse aktiv werden und Wege prüfen, neue Einnahmen zu erzielen. Ein Rechenzentrum sei eine Art Digitalfabrik und damit die moderne Form der Gewerbeansiedlung.

Das Gelände an der Autobahn

Gemeint sind die Flurstücke „Große Stücke“ und „Ochsenmarter“. Laut Verwaltung bringt die Fläche gute Voraussetzungen mit: eine vorhandene Datenanbindung, → Energiepotenzial aus Wind, Sonne und Biomasse sowie Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur. Das Vorhaben passe zur Rechenzentrumsstrategie von Bund und Freistaat, so Kram. Sie will die Kapazitäten in Deutschland bis 2030 mindestens verdoppeln und neue Standorte auch außerhalb der Ballungsräume erschließen. Gespräche mit Invest in Bavaria, Landrat Alexander Tritthart, dem Landtagsabgeordneten Walter Nussel, der Regierung von Mittelfranken und den Nachbarbürgermeistern verliefen zustimmend. Im August informierte sich der Bundestagsabgeordnete Dr. Konrad Körner vor Ort, der auch im Digital-Ausschuss sitzt.

Lob und Bedenken im Gemeinderat

Jürgen Gumbrecht (CSU) und Stefan Christel (LoK) lobten die Kreativität der Verwaltung und das Tempo. Christel sieht beim Standort viele Vorteile, Risiken gebe es bei jeder Ansiedlung. Genau darauf wiesen Tanja Swarat und Felix Knorr (beide HWG) hin. Swarat sagte, sie habe „durchaus Angst vor der Größe des Projekts“ und Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen. Knorr hält die Belastung der Bürger für zu hoch: Autobahn, Raststätte und Windräder gebe es schon, nun drohten weitere Flächenversiegelung und ein Umspannwerk zwischen Horbach und Schirnsdorf. Dazu komme der enorme Wasserverbrauch von Rechenzentren. Wolfgang Knorr (UWW) teilte die Sorgen mit Blick auf Weingartsgreuth, sagte aber, er sei „in einem inneren Konflikt“, weil er auch die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde im Kopf habe.

Was die Verwaltung dagegenhält

Kram sieht vor allem eine Chance: Neben hohen Investitionen könnten langfristig neue Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuer entstehen. Rechnet man mit einer geplanten Reform, die Rechenzentren nach ihrer Rechenleistung besteuern will, schätzt er den Ertrag auf einen siebenstelligen Betrag. Beim Wasser wolle man auf sparsame Technik setzen und die Abwärme gewerblich nutzen. Die Gemeinde bevorzuge keinen internationalen Großkonzern, sondern regionale Investoren, und die Fläche könne in Etappen wachsen, zunächst also nur ein kleineres Areal betreffen. Jetzt heißt es abwarten, welche Investoren Interesse zeigen. Erst danach könne konkreter über das Projekt gesprochen werden.

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