Die Burgebracher Pfarrkirche St. Vitus hat wieder einen Altar, und die Gemeinde hat ihr Gotteshaus zurück. Am 19. September weihte Erzbischof Herwig Gössl in einem rund dreistündigen Festgottesdienst den neuen Altar. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Für Burgebrach ging damit eine lange Zeit der Baustelle und der Gottesdienste im Ausweichquartier zu Ende.
Kinder begrüßen den Erzbischof
Schon am Morgen warteten Kindergartenkinder mit Eltern und Großeltern an der Marienstatue und begrüßten den Erzbischof mit gelb-weißen Fähnchen. Von dort zog die Festgemeinde mit Vereinen und Fahnenabordnungen, begleitet von der Musikkapelle Mönchherrnsdorf, in die Pfarrkirche ein. Orgelmusik und das Lied „Ein Haus voll Glorie schauet“ eröffneten den Gottesdienst. Den Rahmen gestalteten der Kirchenchor Burgebrach unter Reinhard Stadter und Kantorin Daniela Kaiser, dazu spielten Orgel und Trompete. Am Nachmittag feierte die Gemeinde bei strahlendem Herbstwetter auf dem Kirchenvorplatz weiter.
Reliquie, Chrisam und Weihrauch
Zur Altarweihe gehörte die Beisetzung einer Reliquie der heiligen Amanda im Altar. Außerdem segnete der Erzbischof das Taufbecken, und die Gläubigen erneuerten ihr Taufversprechen. Gössl salbte den Altar mit Chrisam und entzündete gemeinsam mit Pfarrer Bernhard Friedmann Weihrauch auf der Altarplatte. Künstler Tom Kristen verschloss den Altar zuvor fachmännisch. Der Erzbischof sprach von einem „glücklichen Tag mit Gänsehautmomenten“ und einem „Freudentag für Burgebrach“. Der Altar stehe im Mittelpunkt des Kirchenraums und sei „ein sichtbares Zeichen des Glaubens“.
Sanierung für 4,7 Millionen Euro
Die Sanierung dauerte rund zweieinhalb Jahre und kostete 4,7 Millionen Euro. Etwa vier Millionen übernahmen Freistaat und Kirche, davon trug das Erzbistum Bamberg 1,6 Millionen Euro. Der Markt Burgebrach steuerte rund 700.000 Euro bei. Weil das Gebäude dem Freistaat gehört, führte das Staatliche Bauamt Bamberg das Projekt gemeinsam mit Kirche und Markt durch. Die Vorgeschichte reicht bis 2010 zurück, als ein Statiker den Dachstuhl für marode erklärte. Ab 2011 plante das Bauamt, ein Künstlerwettbewerb folgte. Den Zuschlag erhielt das Architektenpaar Ursula und Tom Kristen aus Weil. Für den neuen Altar setzten sie auf Dietfurter Kalkstein, im Altarraum auf Solnhofener Kalksteinplatten. Diözesanarchitekt Ulrich Vogel lobte das breite Altarpodest und das Zusammenspiel von Kirchenschiff und dem Greinerischen Deckenfresco.
Stimmen aus Kirche und Politik
Bürgermeister Peter Pfohlmann nannte die Kirche das „Herzstück der Gemeinde“. Die große Beteiligung zeige, wie tief sie im Ort verwurzelt sei. Landrat Johannes Maciejonczyk fühlt sich dem Ort seit seiner Kindheit verbunden und sieht in der erneuerten Vituskirche ein „Zeugnis des gelebten Glaubens“. Kirchenpfleger Karl-Josef Neser dankte allen beteiligten Firmen und Helfern. Pfarrer Bernhard Friedmann, dessen langjähriger Einsatz mit starkem Applaus bedacht wurde, zeigte sich erleichtert, dass nach Jahren in der Aussegnungshalle endlich wieder ein Gottesdienst in der Pfarrkirche möglich ist. Dekanin Sabine Hirschmann hob die gute Ökumene mit der evangelischen Kirche hervor. Zum Abschluss lud die Pfarrgemeinde zur Agape auf den Kirchenvorplatz ein.