Mietpreise im Landkreis Bamberg steigen um 25,2 Prozent – stärkster Anstieg in ganz Bayern
BAMBERG. Eine Zahl sticht aus der aktuellen Mietstatistik für Bayern deutlich heraus: Im Landkreis Bamberg sind die Angebotsmieten von 2024 auf 2025 um 25,2 Prozent gestiegen. Damit weist der Landkreis den mit Abstand stärksten Anstieg aller bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte auf. Auch im Zehnjahresvergleich landet Bamberg bayernweit auf Platz eins.
Für Menschen, die im Landkreis Bamberg eine neue Mietwohnung suchen, ist die Entwicklung deutlich spürbar. Nach aktuellen Daten der Bundesregierung und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) lag die durchschnittliche Nettokalt-Angebotsmiete im Landkreis Bamberg 2024 noch bei 9,93 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2025 waren es bereits 12,43 Euro.
Landkreis Bamberg mit großem Abstand auf Platz eins
Besonders auffällig wird die Entwicklung beim Vergleich mit dem übrigen Bayern. Kein anderer Landkreis und keine kreisfreie Stadt kommt auch nur annähernd an die Steigerungsrate des Landkreises Bamberg heran.
Die zehn größten Mietsteigerungen von 2024 auf 2025:
| Platz | Landkreis / Stadt | 2024 | 2025 | Steigerung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Landkreis Bamberg | 9,93 € | 12,43 € | +25,2 % |
| 2 | Landkreis Unterallgäu | 10,52 € | 11,61 € | +10,4 % |
| 3 | Stadt Fürth | 11,80 € | 12,95 € | +9,7 % |
| 4 | Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab | 7,57 € | 8,30 € | +9,6 % |
| 5 | Landkreis Altötting | 9,74 € | 10,65 € | +9,3 % |
| 6 | Landkreis Freyung-Grafenau | 7,70 € | 8,40 € | +9,1 % |
| 7 | Nürnberger Land | 10,19 € | 11,04 € | +8,3 % |
| 8 | Landkreis Weilheim-Schongau | 12,54 € | 13,58 € | +8,3 % |
| 9 | Landkreis Fürth | 10,77 € | 11,66 € | +8,3 % |
| 10 | Landkreis Neumarkt i.d.OPf. | 10,17 € | 11,00 € | +8,2 % |
Der Abstand ist enorm: Während Bamberg bei 25,2 Prozent liegt, folgt das Unterallgäu auf Platz zwei mit lediglich 10,4 Prozent. Die Steigerungsrate im Landkreis Bamberg war damit mehr als doppelt so hoch wie beim zweitplatzierten Landkreis.
Was die Steigerung für Wohnungssuchende bedeutet
Wie groß der Unterschied ist, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel.
Bei einer angebotenen Wohnung mit 75 Quadratmetern entsprechen 9,93 Euro pro Quadratmeter rechnerisch einer Nettokaltmiete von rund 745 Euro im Monat. Bei 12,43 Euro pro Quadratmeter sind es bereits rund 932 Euro.
Das sind etwa 187 Euro mehr pro Monat.
Bei einer Wohnung mit 100 Quadratmetern beträgt der rechnerische Unterschied sogar 250 Euro monatlich beziehungsweise 3.000 Euro im Jahr.
Dabei handelt es sich allerdings um Durchschnittswerte der untersuchten Wohnungsangebote. Die tatsächliche Miete einer einzelnen Wohnung hängt unter anderem von Ort, Lage, Baujahr, Ausstattung und Zustand ab.
Auch Bayern insgesamt wird teurer – aber deutlich langsamer
Steigende Mieten sind kein reines Bamberger Phänomen. In ganz Bayern erhöhte sich die durchschnittliche Angebotsmiete ebenfalls.
2024 lag sie bayernweit bei 13,93 Euro pro Quadratmeter, 2025 bei 14,42 Euro. Das entspricht einer Steigerung von rund 3,5 Prozent innerhalb eines Jahres.
Im Landkreis Bamberg betrug der Anstieg dagegen 25,2 Prozent.
Damit ist die prozentuale Mietsteigerung im Landkreis Bamberg innerhalb dieses Jahres mehr als siebenmal so hoch wie im bayerischen Durchschnitt.
Bamberg ist nicht der teuerste Landkreis Bayerns
Die Zahlen müssen allerdings richtig eingeordnet werden: Platz eins bei der Mietsteigerung bedeutet nicht, dass Bamberg auch der teuerste Landkreis Bayerns ist.
Mit durchschnittlich 12,43 Euro pro Quadratmeter liegt der Landkreis Bamberg deutlich unter den teuersten Regionen des Freistaats.
An der Spitze steht die Landeshauptstadt München mit 21,44 Euro pro Quadratmeter. Im Landkreis München werden durchschnittlich 19,11 Euro aufgerufen, in Starnberg 17,53 Euro, in Fürstenfeldbruck 16,83 Euro und in Dachau 16,33 Euro.
Die Besonderheit im Landkreis Bamberg ist deshalb weniger das absolute Mietniveau als vielmehr die Geschwindigkeit, mit der die Angebotspreise zuletzt gestiegen sind.
Interessant ist auch der Vergleich mit der Stadt Bamberg: Dort lag die durchschnittliche Angebotsmiete 2025 bei 12,09 Euro pro Quadratmeter. Im Landkreis wurden mit 12,43 Euro sogar etwas höhere Werte ausgewiesen.
Fast eine Verdoppelung innerhalb von zehn Jahren
Noch deutlicher wird die langfristige Entwicklung.
Im Jahr 2015 lag die durchschnittliche Angebotsmiete im Landkreis Bamberg bei lediglich 6,38 Euro pro Quadratmeter. Zehn Jahre später waren es 12,43 Euro.
Damit haben sich die erfassten Angebotsmieten innerhalb von zehn Jahren um knapp 95 Prozent erhöht – sie haben sich also nahezu verdoppelt.
Die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate beträgt 6,9 Prozent. Und auch damit liegt der Landkreis Bamberg im Vergleich aller bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte auf Platz eins.
Dahinter folgen Freyung-Grafenau mit durchschnittlich 6,5 Prozent pro Jahr, Weißenburg-Gunzenhausen mit 6,3 Prozent, Dillingen an der Donau mit 6,2 Prozent sowie Tirschenreuth mit 6,1 Prozent.
Bayernweit stiegen die Angebotsmieten zwischen 2015 und 2025 dagegen durchschnittlich um 4,3 Prozent pro Jahr – von 9,45 Euro auf 14,42 Euro pro Quadratmeter.
Wichtig: Nicht jeder Mieter zahlt plötzlich 25 Prozent mehr
Die Zahl von 25,2 Prozent bedeutet ausdrücklich nicht, dass bestehende Mietverträge im Landkreis Bamberg innerhalb eines Jahres generell um ein Viertel teurer geworden sind.
Die Statistik untersucht Angebotsmieten bei Erst- und Wiedervermietungen. Es geht also vor allem um Wohnungen, die neu auf dem Markt angeboten wurden.
Ausgewertet wurden unmöblierte Wohnungen im Bestand und Neubau mit einer Wohnfläche zwischen 30 und 130 Quadratmetern und mittlerer Ausstattung. Betrachtet wird die Nettokaltmiete ohne Nebenkosten. Grundlage sind vom BBSR aufbereitete Inseratsdaten aus mehr als 120 Immobilienportalen und Zeitungsquellen.
Die Bundesregierung weist selbst darauf hin, dass diese Angebotsmieten nicht den gesamten Mietwohnungsmarkt abbilden. Insbesondere günstigere Wohnungen, die etwa über Wartelisten, direkte Kontakte oder andere Wege vergeben werden, sind in den Daten teilweise unterrepräsentiert.
BBSR hat Berechnung der Daten überarbeitet
Bei Vergleichen mit älteren Veröffentlichungen ist zudem Vorsicht angebracht. Das BBSR hat für das Berichtsjahr 2025 die Auswahl und Filterung der ausgewerteten Wohnungsanzeigen verändert.
Um weiterhin Vergleichbarkeit herzustellen, wurde deshalb die komplette Zeitreihe rückwirkend bis 2010 neu berechnet. Ältere Veröffentlichungen mit früheren Berechnungsmethoden sollten daher nicht einfach mit den neuen Zahlen verglichen werden.
Die hier genannten Werte stammen aus dieser neu berechneten und einheitlichen Zeitreihe.
Landkreis Bamberg erlebt außergewöhnliche Entwicklung
Unabhängig von diesen statistischen Einschränkungen zeigt der bayernweite Vergleich eine ungewöhnliche Entwicklung: Der Landkreis Bamberg hebt sich bei der Steigerung der angebotenen Mieten deutlich vom restlichen Freistaat ab.
25,2 Prozent innerhalb eines Jahres, nahezu 95 Prozent innerhalb von zehn Jahren und zweimal Platz eins im bayerischen Vergleich machen den Landkreis Bamberg zu einem der auffälligsten Wohnungsmärkte in der aktuellen Statistik.
Für Menschen auf Wohnungssuche in Bamberg und im Landkreis dürfte deshalb nicht nur entscheidend sein, wie teuer Wohnungen heute sind. Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre wird auch sein, ob sich dieser außergewöhnlich starke Preisanstieg fortsetzt – oder ob 2025 ein Ausreißer bleibt.
Quelle: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Miet- und Wohnraumkosten in Bayern“, Bundestagsdrucksache 21/6248; Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung und IDN ImmoDaten GmbH. / Foto: Steigerwald-News
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