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Auf zur Sandkerwa: Das erwartet Besucher aus dem Steigerwald in Bamberg

Fünf Tage Kerwa mitten in Bamberg: Die Sandkerwa 2026 steht vor der Tür. Wir zeigen, was sich besonders lohnt und wie Besucher aus dem Steigerwald bequem zum Fest kommen.

Bamberg/Landkreis Bamberg. Für viele Menschen aus dem Steigerwald gehört sie im August fast schon fest zum Kalender: die Bamberger Sandkerwa. Von Donnerstag, 20. August, bis Montag, 24. August 2026, verwandelt sich das Sandgebiet in der Bamberger Altstadt wieder fünf Tage lang in eine außergewöhnliche Mischung aus fränkischer Kerwa, Musik, Tradition und ausgelassener Stimmung. 2026 wird bereits die 76. Bamberger Sandkerwa gefeiert.

Und obwohl die Sandkerwa mitten in Bamberg stattfindet, ist sie längst kein Fest nur für die Domstadt. Auch für Besucher aus dem Landkreis Bamberg und dem Steigerwald ist die Sandkerwa aufgrund der kurzen Entfernung ein naheliegendes Ausflugsziel. Für Gäste aus Richtung Burgebrach gibt es sogar einen eigenen Busverkehr zur Kerwa.

Eine Kerwa, die sich nicht auf einen Festplatz beschränkt

Wer noch nie auf der Sandkerwa war, darf keine klassische Kirchweih mit einem Festzelt auf einer großen Wiese erwarten.

Das Besondere spielt sich mitten in der historischen Bamberger Altstadt ab. Straßen, Plätze, Innenhöfe und das Regnitzufer werden Teil des Festes. Gefeiert wird im sogenannten Sandgebiet rund um die kleine St.-Elisabeth-Kirche. Deren Weihe bildet den historischen Ursprung der Sandkerwa.

Der Veranstalter rechnet für die fünf Festtage mit rund 200.000 Besuchern. Auf etwa 18.500 Quadratmetern verteilen sich unter anderem Gastronomie, Fahrgeschäfte, Buden und Bühnen.

Gerade diese Kulisse macht den Unterschied: Auf der einen Seite historische Häuser, enge Gassen und Klein-Venedig, auf der anderen Seite Live-Musik, Bier, fränkisches Essen und Kerwa-Traditionen.

Aus dem Steigerwald ohne Auto zur Sandkerwa

Der bisherige, vom Landkreis Bamberg und den beteiligten Gemeinden unterstützte Sandkerwa-Express wurde für 2026 eingestellt. Ganz ohne Sonderbus müssen Besucher aus dem Raum Burgebrach dennoch nicht auskommen: Spörlein Bus & Reisen bietet zur Sandkerwa 2026 einen eigenen, deutlich kleineren Shuttleverkehr nach Bamberg an.

Der Sonderverkehr fährt von Donnerstag, 20. August, bis Sonntag, 23. August 2026. Eine vorherige Anmeldung oder Buchung ist nicht erforderlich. Bezahlt wird direkt im Bus. Die Hin- und Rückfahrt kostet 12 Euro, wer nur für die Rückfahrt einsteigt, bezahlt 10 Euro.

Aus Burgebrach starten die Busse am Donnerstag um 17.30 Uhr, am Freitag und Samstag jeweils um 17 Uhr. Am Sonntag gibt es Fahrten um 9.30 Uhr und 17 Uhr. Je nach Verbindung werden weitere Orte wie Grasmannsdorf, Oberharnsbach, Birkach, Unterneuses, Stappenbach und Vorra bedient. Freitag und Samstag startet außerdem um 18.30 Uhr eine Verbindung ab Reichmannsdorf.

Für die Rückfahrt ab Bamberg stehen an den vier Tagen späte Verbindungen ab der Schranne um 23.30 Uhr und 0.50 Uhr zur Verfügung. Am Sonntag gibt es zusätzlich bereits um 17.30 Uhr eine Rückfahrt.

Damit gibt es trotz der Einstellung des bisherigen landkreisweiten Sandkerwa-Expresses zumindest für Besucher aus dem Raum Burgebrach und Umgebung weiterhin eine bequeme Möglichkeit, ohne eigenes Auto zur Sandkerwa nach Bamberg zu fahren.

 

Tradition statt reiner Party: Das sollte man gesehen haben

Natürlich kann man zur Sandkerwa fahren, durch die Gassen ziehen, etwas essen und einfach dort bleiben, wo gerade die beste Stimmung herrscht.

Wer das Fest aber nur darauf reduziert, verpasst einen Teil dessen, was die Sandkerwa ausmacht. Einige Programmpunkte gehören seit vielen Jahren fest zur Bamberger Tradition.

Der Kirchweihbaum vor Klein-Venedig

Am Freitagabend zieht ab 17.45 Uhr ein Festzug vom Markusplatz in Richtung Leinritt. Um 18 Uhr wird vor der bekannten Kulisse von Klein-Venedig der Kirchweihbaum aufgestellt. Mit dabei sind Bauhandwerkerzünfte aus Gaustadt, Hallstadt und Stegaurach.

Wer die Sandkerwa einmal abseits des abendlichen Trubels erleben möchte, bekommt hier einen der traditionelleren Programmpunkte zu sehen.

Fischerstechen auf der Regnitz

Der vermutlich bekannteste Höhepunkt wartet am Sonntag.

Um 14.30 Uhr beginnt der Aufmarsch durch die Altstadt, bevor um 15 Uhr das 72. Fischerstechen auf der Regnitz startet. Verantwortlich ist die Untere Schiffer- und Fischerzunft Bamberg.

Das Fischerstechen gehört zu den Programmpunkten, bei denen Kulisse und Tradition besonders gut zusammenpassen: Regnitz, Altstadthäuser und zahlreiche Zuschauer am Ufer machen daraus weit mehr als eine gewöhnliche Kerwa-Veranstaltung.

Bereits am Samstag um 14 Uhr gibt es ein Schüler- und Jugendfischerstechen sowie ein Entenrennen.

Montagabend gehört dem Hahnenschlag und dem Feuerwerk

Wer unter der Woche Zeit hat oder die Sandkerwa bewusst bis zum letzten Tag erleben möchte, sollte sich den Montagabend vormerken.

Um 18 Uhr beginnt vor der St.-Elisabeth-Kirche der traditionelle Hahnenschlag. Um 22 Uhr folgt schließlich das musikalisch begleitete Abschlussfeuerwerk auf der Regnitz. Damit endet die Sandkerwa 2026.

Welcher Sandkerwa-Tag passt zu wem?

Wer vor allem wegen Musik, Stimmung und einem langen Abend nach Bamberg fährt, dürfte mit Freitag oder Samstag gut bedient sein.

Für Familien und Besucher, die mehr von den traditionellen Seiten des Festes sehen wollen, ist der Sonntag interessant. Neben dem Frühschoppen ab 11 Uhr steht am Nachmittag das große Fischerstechen auf dem Programm.

Wer dagegen einen markanten Abschluss erleben möchte, sollte sich den Montag mit Hahnenschlag und Feuerwerk vormerken.

Und wer es etwas ruhiger angehen lassen möchte, kann bereits am Donnerstag zur offiziellen Eröffnung kommen. Diese findet um 18 Uhr im Festgarten am Leinritt statt.

Wann ist auf der Sandkerwa geöffnet?

Der Standbetrieb beginnt an den einzelnen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten:

  • Donnerstag: 15 bis 1 Uhr
  • Freitag: 13 bis 1 Uhr
  • Samstag: 11 bis 1 Uhr
  • Sonntag: 11 bis 1 Uhr
  • Montag: 13 bis 1 Uhr

Um 23 Uhr endet die Musik, um 0.30 Uhr der Ausschank. Ab 1 Uhr gilt Sperrzeit.

Festabzeichen: Das kostet der Besuch

Besucher über 14 Jahre benötigen grundsätzlich täglich ab 18 Uhr ein Festabzeichen. Der Markusplatz ist davon ausgenommen. Am Sonntag gilt die Tagesabzeichenpflicht bereits ab 13.30 Uhr.

Das Festabzeichen für alle fünf Tage kostet 6 Euro. Wer nur an einem Tag zur Sandkerwa kommt, bekommt ein Tagesabzeichen für 3 Euro.

Wer mit dem Auto kommt, sollte P+R im Blick haben

Die Veranstalter empfehlen ausdrücklich, möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad anzureisen. Für Autofahrer stehen verschiedene Parkhäuser, Tiefgaragen und Park-and-Ride-Anlagen zur Verfügung. Aufgrund des hohen Besucheraufkommens sollte man allerdings nicht darauf setzen, unmittelbar am Festgebiet einen Parkplatz zu finden.

Die Stadtwerke Bamberg bieten während der Sandkerwa zusätzliche Busverbindungen und Fahrten zu den P+R-Anlagen an.

Radfahrer sollten ebenfalls eine Besonderheit beachten: Ab 20 Uhr dürfen Fahrräder nicht mehr auf das Festgelände mitgenommen werden.

Mehr als 70 Jahre Bamberger Kerwa-Tradition

Die Geschichte der Sandkerwa reicht bis ins Jahr 1951 zurück. Gefeiert wird die Weihe der St.-Elisabeth-Kirche im Sandgebiet. Aus der ursprünglichen Sand-Elisabethen-Kerwa entwickelte sich über die Jahrzehnte ein Fest, das heute Besucher weit über Bamberg hinaus anzieht.

Trotz der Größe hat sich die Sandkerwa dabei viele Elemente erhalten, die mit einer traditionellen fränkischen Kirchweih verbunden sind: Kirchweihbaum, Gottesdienst, Hahnenschlag, Frühschoppen und natürlich das Fischerstechen.

Ein Stück Bamberg, das auch den Steigerwald anzieht

Wer vom 20. bis 24. August noch nichts vorhat, bekommt mit der Sandkerwa ein großes Ausflugsziel praktisch direkt vor der Haustür.

Für Besucher aus dem Steigerwald ist dabei besonders angenehm, dass mit dem Sandkerwa-Express aus Burgebrach eine direkte Alternative zur Autofahrt besteht. Und vor Ort kann jeder selbst entscheiden, was seine Sandkerwa ausmacht: ein Nachmittag beim Fischerstechen, ein Abend mit Freunden in den Gassen, Live-Musik, fränkisches Essen oder das Feuerwerk am Montagabend.

Eines dürfte jedenfalls sicher sein: In Bamberg wird es ab kommenden Donnerstag wieder voll – und ziemlich fränkisch.

Alle Angaben nach aktuellem Stand. Änderungen am Programm oder bei den Fahrzeiten sind möglich.

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