Landkreis Bamberg. Am 10. September um Punkt 11 Uhr wird es laut. Sirenen heulen, Handys schlagen Alarm, Warn-Apps melden sich. Offiziell handelt es sich um den bundesweiten Warntag.
In Franken jedoch ist die Lage sofort klar: Irgendwo muss das Bier ausgegangen sein.
Anders lässt sich ein flächendeckender Alarm schließlich kaum erklären.
In mehreren Ortschaften sollen bereits wenige Sekunden nach dem ersten Sirenenton besorgte Bürger Richtung Keller geeilt sein. Nicht etwa, um Schutz zu suchen, sondern um den eigenen Getränkevorrat zu überprüfen.
„Drei Käsdn. Bassd. Dann kann’s bei uns ned so schlimm sei“, soll ein Mann aus dem Landkreis erleichtert festgestellt haben.
Andere reagierten hektischer. Vor einem Getränkemarkt bildete sich angeblich spontan eine kleine Schlange. Ein Kunde wollte gleich vier Kästen mitnehmen. Sicher ist sicher.
Auf die Frage, warum er derart große Mengen benötige, soll er geantwortet haben:
„Wenn scho bundesweit gewarnt wird, kauf ich fei ned bloß an Kasten.“
Cell Broadcast sorgt für zusätzliche Verwirrung
Besonders dramatisch wurde die Lage, als um 11 Uhr auch zahlreiche Handys gleichzeitig Alarm schlugen.
Einige Franken lasen die Warnmeldung aufmerksam. Andere sahen lediglich das Wort „WARNUNG“ auf dem Display und gingen sofort vom Schlimmsten aus.
„Ich hab erst gedacht, der Keller is leer“, berichtet unser Augenzeuge Herbert aus dem Steigerwald. „Dann hab ich nachgschaut. Keller voll. Also hab ich gwusst: Probealarm.“
Auch die Warn-App NINA soll vielerorts für Diskussionen gesorgt haben.
„Wer is eigentlich die Nina und woher weiß die, wie viel Bier ich daheim hab?“, fragte sich ein älterer Herr, bevor ihm erklärt wurde, dass die App mit seinem Getränkevorrat erstaunlicherweise nichts zu tun hat.
Behörden beruhigen die Bevölkerung
Die wichtigste Nachricht des Tages lautet deshalb:
Es besteht keine Gefahr. Das Bier ist nicht ausgegangen.
Nach aktuellem Kenntnisstand sind Brauereien, Getränkemärkte und fränkische Keller weiterhin einsatzbereit.
Der Probealarm dient lediglich dazu, Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast zu testen.
Für viele Franken dürfte das eine beruhigende Nachricht sein.
Denn bei Hochwasser, Sturm oder Stromausfall bleibt man hier bekanntlich vergleichsweise gelassen.
Aber wenn das Bier alle wäre, müsste man schon wissen, wo der nächste Sammelpunkt ist.